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Ursachen
der Mangelernährung
Mangelernährung
im höheren Lebensalter tritt nicht akut auf. Vielmehr handelt es
sich zumeist um eine Verkettung mehrerer Ursachen, die in der Summe
dazu führen, dass Senioren über Monate oder sogar Jahre hinweg zu
wenig Nährstoffe zu sich nehmen. |
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Ernährungsgewohnheiten
Es gibt verschiedene Gründe, die dazu beitragen, dass der Speiseplan
vieler alter Menschen einseitig und nährstoffarm ist. Ein verändertes
Geschmacksempfinden durch Abnahme der Geschmacksknospen auf der
Zunge beispielsweise kann die Ursache dafür sein, dass viele Senioren
überwiegend „süß“ essen. Da sie diese Geschmacksrichtung besonders
gut wahrnehmen, geben sie einem Marmeladenbrötchen und dem süßen
Pudding gegenüber einem frischen Salat und dem Vollkornbrot mit
magerer Wurst oder Käse den Vorzug. Hinzu kommt, dass einige ältere
Menschen, die alleine leben, weniger regelmäßig essen, keinen großen
Aufwand mit der Zubereitung ihrer Speisen betreiben wollen oder
es als deprimierend empfinden, alleine am Tisch zu sitzen. Andere,
die mit Essen versorgt werden, lehnen Gerichte ab, die sie nicht
kennen oder die anders als gewohnt zubereitet sind.
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Appetitlosigkeit, nachlassendes Durstempfinden
Das veränderte Geschmacksempfinden beeinflusst selbstverständlich
auch den Appetit. Die Lust und der Genuss am Essen gehen verloren.
Außerdem können akute Erkrankungen, Schmerzen, aber auch soziale
Faktoren wie Trauer und Einsamkeit zumindest vorübergehend für einen
Appetitverlust verantwortlich sein. Ein Mangel an Bewegung und frischer
Luft trägt zusätzlich dazu bei, dass Appetit und Hungergefühle schwinden.
Darüber hinaus kann im fortgeschrittenen Alter auch das normale
Durstempfinden gestört sein. Deshalb droht neben einer Mangel- und
Unterernährung die Gefahr der Austrocknung.
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Kau- und Schluckbeschwerden
Werden kauintensive Lebensmittel wie Fleisch, Frischobst oder Vollkornprodukte
gemieden, stecken möglicherweise Kau- und Schluckprobleme dahinter.
Schmerzende Zähne oder schlecht angepasste Zahnprothesen erschweren
das Zerkleinern der Nahrung. Aber auch organische und motorische
Störungen, wie beispielsweise eine Schwächung der Kaumuskeln, ein
Nachlassen des Schluckreflexes, Folgeerscheinungen eines Schlaganfalls
oder der Parkinsonerkrankung sowie ein Mangel an Speichel können
zu erheblichen Schwierigkeiten beim Kauen und Schlucken führen.
Für Menschen mit Kau- und Schluckbeschwerden bedeutet
das Essen eine große Anstrengung. Viele verspüren dabei
einen starken Husten- und Würgereiz, so dass sie sich wiederholt
verschlucken oder die Speisen wieder ausspucken.
Doch nicht allein diese körperlichen Probleme erschweren die
regelmäßige, kontrollierte Nahrungsaufnahme. Die Patienten
empfinden es sehr beschämend, wenn ihre Gebrechen in der
Gesellschaft offenkundig werden,
weil sie sehr langsam essen
müssen oder ihnen Nahrung
aus dem Mund läuft. Um dies
zu vermeiden, schränken sie das
Essen und Trinken ein.
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Viele bettlägerige
Patienten verspüren kaum noch Appetit und Hunger. Es ist Aufgabe
der Angehörigen und Betreuer, auf die regelmäßige
Nährstoffaufnahme zu achten. |
Krankheiten,
Schmerzen, Depressionen
Der normale Alterungsprozess bringt eine kontinuierliche Abnahme
der Leistungsfähigkeit mit sich. Zudem wächst die Wahrscheinlichkeit
für akute wie chronische Krankheiten. Das bedeutet, dass vermehrt
Funktionsbeeinträchtigungen bei Organen und beim Bewegungsapparat
auftreten können. Dies kann sich zum einen direkt auf den Appetit
auswirken, zum anderen die Aufnahme von Nährstoffen beeinträchtigen
und folglich den Bedarf an bestimmten Nährstoffen erhöhen.
Schmerzen und psychische Probleme, Depressionen und Einsamkeit können
mitunter dazu führen, dass zu wenig gegessen oder Nahrung abgelehnt
wird. Altersverwirrte oder vergessliche Menschen, die kein normales
Hungergefühl oder keinen richtigen Appetit verspüren,
wissen vielfach nicht, wann sie zuletzt gegessen haben. Auch in
diesen Fällen ist eine ausreichende Nährstoffaufnahme
fraglich.
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Nebenwirkungen von Medikamenten
Einige Medikamente beeinträchtigen den Appetit und das Geschmacksempfinden.
Als Nebenwirkungen treten nicht selten Übelkeit und Störungen
des Magen-Darm-Traktes auf. Dies alles kann dazu beitragen, dass
der Körper nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt
ist.
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| Häufige
Altersveränderungen |
- Veränderte
Hunger- und Sättigungsregulation
- Nachlassende
Sinneswahrnehmungen
- Veränderte
Körperzusammensetzung
- Eingeschränkte
Stressbewältigung
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| Ernährungsverhalten |
- Einseitige
Ernährung
- Ungenügende
Nahrungsmenge
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| Krankheits-
und Medikamenteneffekte |
- Appetitmangel
(Anorexie)
- Behinderung
bei der Nahrungsaufnahme
- Störungen
der Verdauungsfunktion
- Störungen
des Magen-Darm-Traktes
- Erhöhte
Nährstoffverluste
- Erhöhter
Nährstoffbedarf
- Schmerzen
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| Körperliche
Behinderungen |
- Bewegungsstörungen,
Immobilität
- Behinderungen
der oberen Extremitäten
- Kaubeschwerden
- Schluckstörungen
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| Geistige
und psychische Beeinträchtigungen |
- Vergesslichkeit,
Verwirrtheit, Demenz
- Depressionen
- Psychosen,
Angst vor Vergiftung
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| Sozioökonomische,
soziale Aspekte |
- geringes
Einkommen
- Einsame Wohnsituation,
ungewohnte Umgebung
- Fehlende
Hilfsangebote
- Trauer
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