Heilungschancen durch
Ernährung verbessern
Für den
Heilungsprozess benötigen Krebspatienten wichtige Kraftreserven
Bonn, 28.11.2006
Mangelernährung und Gewichtsverlust sind ein Problem, das 30 bis 80 Prozent
aller Krebspatienten betrifft. Der Ernährungsstatus hat jedoch einen erheblichen
Einfluss auf die Fähigkeit des Körpers, gegen Krankheiten anzukämpfen. Zudem
beeinflusst er die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Chemo- oder
Strahlentherapie. Für die Heilungschancen ist es daher besonders wichtig, Ernährungsdefizite
so früh wie möglich festzustellen und zu beheben.
Obwohl ein Tumor nur an bestimmten Stellen und in bestimmten
Organen zu finden ist, verändert seine Anwesenheit oft den gesamten
Stoffwechsel des Körpers. Unter dem Einfluss von Signal- und Botenstoffen, die
die Krebszellen produzieren, werden Muskeleiweiß und Fett abgebaut. Die Folge: Fast
jeder zweite Tumorpatient hat zum Zeitpunkt der Diagnose bereits deutlich an
Gewicht verloren. Zudem wird das Immunsystem geschwächt, so dass weitere Erkrankungen
und Komplikationen folgen können. Das beeinträchtigt nicht nur den allgemeinen
Gesundheitszustand des Patienten, sondern bedroht auch den Behandlungserfolg.
Günstige Voraussetzungen für Therapie schaffen
Ein guter Ernährungsstatus
kann die körperlichen Abwehrkräfte stärken und eine besserer Voraussetzung für
die Therapie schaffen. Deshalb ist bereits bei der Diagnose auf Gewicht und Ernährungszustand
des Patienten zu achten. Mangelernährung wird von vielen Medizinern als ein
entscheidendes Hindernis für den Erfolg einer Therapie betrachtet. Schon eine
Gewichtsabnahme von fünf Prozent kann das Ansprechen auf eine Therapie negativ
beeinflussen. Tatsache ist auch, dass etwa 20 Prozent aller Krebspatienten an
den Folgen einer Mangelernährung und nicht an den direkten Folgen der
Tumorerkrankung sterben.
Heilungschancen erhöhen
Auf eine ausreichende Kalorienzufuhr und ausgewogene Ernährung
sollte auch während der Therapie geachtet werden. Wenn der Körper sich erholen
soll, braucht er eine solide Basis. Und die liefert eine angemessene Ernährung.
„Krebspatienten brauchen keine spezielle Krebsdiät, sondern eine ausgewogene
Ernährung, die dem Körper ausreichend Energie und alle wichtigen Nährstoffe
zuführt“, betont Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen
Seniorenliga. Der benötigten Energiemenge stehen aber meist Appetitlosigkeit, Übelkeit,
Schluckbeschwerden und Verdauungsstörungen gegenüber. Gelingt
es dem Patienten nicht, seinem Körper die notwendige Energie durch normale Ernährung
zu liefern, helfen hochkalorische Trinknahrungen. Rechtzeitig eingesetzt,
können sie den Allgemeinzustand des Patienten bessern sowie die Beschwerden von
Chemotherapie oder Bestrahlung mildern. Reicht die übliche Ernährung zur
Bedarfsdeckung nicht aus, kann Trinknahrung auch vom Arzt verordnet werden.
Um eine tumorbedingte
Mangelernährung zu vermeiden oder möglichst lange hinauszuzögern, sollte frühzeitig
auf eine ausgewogene und angemessene Ernährung geachtet werden. Tipps hierzu
gibt die Seniorenliga mit der Broschüre „Mangelernährung erkennen und vermeiden“.
Sie ist kostenlos und kann schriftlich bei der Deutschen Seniorenliga e.V.,
Gotenstraße 164 in 53175 Bonn oder im Internet unter http://www.dsl-mangelernaehrung.de/
abgerufen werden.