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Die bei Hochbetagten häufig nachweisbare Malnutrition entsteht meist schleichend
und wird von den Betroffenen und deren Betreuern, Angehörigen und Ärzten
meistens weder rechtzeitig wahrgenommen noch als kritisch bewertet.
Ist es bereits zu Mangelerscheinungen mit entsprechenden klinischen Symptomen
sowie der Abnahme von Gewicht und Muskelmasse gekommen, wird es schwer,
den prämorbiden Zustand wieder zu erreichen.
Aus diesem Grund sollte der Erhebung der individuellen ernährungs-physiologischen
Risikokonstellation in diesem Lebensabschnitt grundsätzlich ein ähnlich
hoher Stellenwert eingeräumt werden wie anderen bereits etablierten routinemäßigen
Früherkennungs-maßnahmen (z.B. Blutdruck- und Blutzucker-Messungen).
Da der Ernährungszustand eine komplexe Größe darstellt und es für Malnutrition
keinen spezifischen pathognomischen Goldstandard gibt, ist ein abgestuftes
diagnostisches Vorgehen notwendig.
In der Praxis haben sich zur Abschätzung des individuellen Risikos für
Mangelernährung, bzw. des Ernährungszustandes, standartisierte Assessement-Instrumente
wie das Mini Nutritionel Assessement (MNA) oder das Subjective Global
Assessement (SGA) etabliert.
In einem zweiten Schritt erfolgt bei erhöhtem Risiko für eine Mangelernährung
oder manifester Malnutrition neben der Ursachendiagnostik eine umfassende
Erfassung des Ernährungszustandes. Dazu werden anamnestische Daten (Essbiographie),
Klinische Symptome, Anthropometrische Messgrößen sowie Laborwerte erhoben.
Bei erhöhtem Risiko für eine Mangelernährung oder bereits manifester Malnutrition
gilt es nach genauer Diagnostik der Ursachen die Ernährung individuell
anzupassen. Hierfür stehen heute abgestufte Möglichkeiten mit esstechnisch
(z.B. Fingerfood bei nach einem Schlaganfall gelähmten Menschen) und konsistenstechnisch
angepasster Nahrung (z.B. angedickte Getränke bei Schluckstörungen), Nahrungssupplementation
(z.B. orale Trinknahrung) und enteraler Substitution (Sondenkost) zur
Verfügung. Unabdingbar für ein erfolgversprechendes ernährungstherapeutisches
Konzept ist die jeweils individuelle Ausrichtung sowie ein möglichst frühzeitiger
Beginn der ernährungstherapeutischen Maßnahmen.
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