Mangelernährte Senioren sollten besonders auf
Flüssigkeitszufuhr achten
Bonn, 10.07.07 Wer auf Dauer zu wenig trinkt, schadet
seiner Gesundheit. Doch mangelnde Gewohnheit, Schluckstörungen oder Angst vor
nächtlichen Toilettengängen können für Senioren wichtige Trinkhemmnisse sein.
Hinzu kommt, dass viele nur wenig essen und somit weniger Flüssigkeit durch die
Nahrung aufnehmen.
Je weniger
jemand isst, desto mehr sollte getrunken werden. Denn: Bei geringer
Nahrungsaufnahme, kleinen oder seltenen Mahlzeiten fehlt das in der Nahrung
enthaltene Wasser. Dies gilt vor allem bei Untergewicht, Appetitlosigkeit und
geringer Aufnahme von Lebensmitteln, die deutlich zur Flüssigkeitsversorgung
beitragen, wie Obst und Gemüse. Hinzu kommt: Wer nicht ausreichend isst, bildet
weniger Oxidationswasser. Dieses im Stoffwechsel entstehende Wasser liefert dem
Körper normalerweise rund 15 Prozent der benötigten Gesamtwasserzufuhr. „Untergewichtige
Senioren sollten daher nicht nur bei hohen Temperaturen oder körperlicher
Anstrengung darauf achten, reichlich zu trinken“, empfiehlt Erhard Hackler,
geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga.
Vorlieben berücksichtigen
Der
Richtwert für die tägliche Wasseraufnahme liegt laut der Deutschen Gesellschaft
für Ernährung (DGE) für gesunde Erwachsene bei zwei bis drei Litern. Etwa ein
Drittel dieser Menge wird üblicherweise durch das Wasser in fester Nahrung
aufgenommen, die restlichen zwei Drittel – 1,5 bis 2 Liter pro Tag – müssen
durch Getränke ergänzt werden. Alle Getränke können zur erforderlichen Menge
beitragen, am besten Mineralwasser, Kräuter- und Früchtetees. In Maßen genossen
sind auch schwarzer Tee, Kaffee oder leicht alkoholische Getränke wie Bier
erlaubt. Damit das Trinken keine leidige Pflicht wird, sollte für Abwechslung und
guten Geschmack der Getränke gesorgt werden. Kalorienreiche Getränke wie Milch,
Kakao, Fruchtsaft oder Malzbier sind gute und wohlschmeckende Möglichkeiten,
die Flüssigkeits- und gleichzeitig die Energiezufuhr zu erhöhen. Bei drohendem
Gewichtsverlust oder bei mangelernährten Senioren sind hochkalorische
Trinknahrungen sinnvoll, da sie den Körper nicht nur mit Wasser sondern mit
allen wichtigen Nährstoffen versorgen.
Weitere Ernährungsempfehlungen für Senioren bietet die DSL
mit der
Broschüre „Mangelernährung erkennen
und vermeiden“. Sie gibt Tipps, was Angehörige, Betreuende und
Pflegekräfte in punkto Essen und Trinken bei Senioren beachten müssen. Die
Broschüre ist kostenlos und kann postalisch angefordert werden bei der
Deutschen Seniorenliga e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn oder im Internet
unter www.dsl-mangelernaehrung.de
abgerufen werden.