22. Februar 2007: NutritionDay in Pflegeheimen
Nach der Datenerhebung in Krankenhäusern folgt nun die
Befragung der Pflegeheime
Bonn, 08.02
2007 Mangelernährung im Alter ist kein Einzelfall. Doch wie sieht die heutige Ernährungssituation
von Senioren konkret aus, wo liegen Defizite und Lösungsansätze? Da
man nur etwas verbessern kann, wenn die genauen Zustände und Strukturen bekannt
sind, ist das Projekt NutritionDay in European Hospitals ins Leben gerufen
worden. Um die Situation bei den Senioren noch genauer im Blick zu haben, sollen
am 22. Februar möglichst zahlreiche Pflegeheime am zweiten Teil der diesjährigen
Befragungen teilnehmen.
Der
im Januar 2006 erstmals durchgeführte NutritionDay hat sich zum Ziel gesetzt,
mit bewusst einfachen Mitteln die Ernährungssituation kranker und
pflegebedürftiger Menschen zu dokumentieren. Nachdem die europaweite Erhebung bisher
auf Krankenhäuser beschränkt war, erfolgt dieses Jahr eine Erweiterung auf
Pflegeheime. Dort stellt die Ernährung aufgrund des hohen Alters der Bewohner
und begrenzter Personalressourcen eine besondere Herausforderung dar. Datenerhebungen sind auch hier wichtige
Instrumente, um passende Maßnahmen gegen Mangelernährung entwickeln zu können.
Als
ein wichtiger erster Schritt gilt beispielsweise das generelle Screening des Ernährungszustandes.
Schon bei der Aufnahme der Senioren im Krankenhaus oder Pflegeheim sollte
mithilfe eines standardisierten Fragebogens das Risiko für eine Mangelernährung
abgeschätzt werden. Je eher Probleme einer drohenden
Mangelernährung oder Gewichtsabnahme erkannt werden, desto rascher kann
eingegriffen und ein Schaden für die Gesundheit abgewehrt werden. „Neben
den immensen Mehrkosten für das Gesundheitswesen bedeutet
Mangelernährung im Alter vor allem persönliches Leid,
das durch rechtzeitige Beachtung und Behandlung vermeidbar wäre“, erklärt
Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga. „Die Einschätzung des
Ernährungszustandes, zum Beispiel mit der Nutri-Risk-Analyse, sollte daher wie
andere Früherkennungsmaßnahmen zur routinemäßigen ambulanten oder stationären
medizinischen Betreuung älterer Patienten gehören“.
Der NutritionDay
Hinter der Initiative steht die Idee, an einem
Tag quer durch Europa Daten zur Ernährungssituation kranker
und pflegebedürftiger Menschen zu erheben. Die erste
bisher größte Querschnittuntersuchung fand am 19. Januar 2006 statt. In 25
Ländern haben mehr als 16.400 Patienten auf 750 verschiedenen Stationen
teilgenommen. Mit dem auf drei Jahre angelegten Projekt soll eine
„Landkarte“ der Mangelernährung in europäischen Krankenhäusern und Pflegeheimen
erstellt, Wissen über unzureichende Nahrungsaufnahme gewonnen und das
Bewusstsein über die Bedeutung des Ernährungsstatus für die Genesung gestärkt
werden. Gleichzeitig geht es auch darum, ausdrücklich auf die Problematik der
Mangelernährung hinzuweisen und eine erhöhte Aufmerksamkeit zu schaffen.
Nach den Krankenhäusern sind nun die Pflegeheime aufgerufen,
sich durch eine einmalige, anonyme Datenerhebung am 22. Februar 2007 am
NutritionDay zu beteiligen. Als Entschädigung für den Aufwand gibt es die
Auswertung der eigenen Daten im Vergleich zu anderen Einrichtungen in
Deutschland und Europa. Anmeldungen sind bis zum 14. Februar 2007 möglich unter
www.nutritionday.org oder handschuh@nutritionday.org